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Alter Bahnhof Meppen

Alter Bahnhof Meppen

Bildungsmaterialien

Hier haben wir für alle Interessierten, die sich mit unserem Projekt oder auch Themen im Umfeld befassen wollen, eine Reihe von Seminaren, Workshops und Bearbeitungsideen zusammengestellt. Sie finden das Material am Ende der Seite auch als PDF zum Download.

Mit den folgenden Sprunglinks kommen Sie zum jeweiligen Materialbereich:

  1. Seminare
  2. Workshops
  3. Ideen für die Ausstellung

I. SEMINARE

Seminar 1: „Wer waren unsere Nachbarn?“

Thema: Jüdisches Leben in Meppen (1671–1942)

Zielgruppe:
Erwachsene, Berufsgruppen, Multiplikator:innen, VHS-Kurse

Dauer:
3 Stunden (inkl. Pause)

Format:
Präsenz oder hybrid

Lernziele

Ablauf

Zeit Einheit Methode
15 Min. Ankommen & Einstieg: „Was wissen Sie über jüdisches Leben in Meppen?“ Blitzlicht, Mindmap
30 Min. Historischer Überblick: Von den ersten jüdischen Familien (1671) bis zur Synagoge Inputvortrag mit Bildmaterial
45 Min. Biographiearbeit: Fallbeispiele aus Familien Alexander & Cohen Kleingruppen, Textarbeit
15 Min. Pause
30 Min. Pogrom und Deportation: Die Nacht vom 9./10. November 1938 Quellenarbeit (Zeitzeugenberichte Ludwig & Paul Alexander)
30 Min. Stolpersteine als Erinnerungsformat – Methode und Wirkung Diskussion, Bildkarten
15 Min. Reflexion & Abschluss: Was nehme ich mit? Kartenabfrage

Materialien

Leitfragen für die Gruppenarbeit

Seminar 2: „Züge des Vergessens – Der Bahnhof als Teil des NS-Systems“

Zielgruppe:
Erwachsene, Lehrkräfte, zivilgesellschaftliche Gruppen

Dauer:
4 Stunden (inkl. Pause)

Format:
Präsenz (idealerweise mit Besuch des Bahngeländes)

Lernziele:

Ablauf

Zeit Einheit Methode
20 Min. Einstieg: „Was verbinden Sie mit einem Bahnhof?“ Assoziationsrunde, Bildimpuls
40 Min. Die Reichsbahn im NS: Vom Transportmittel zum Deportationswerkzeug Inputvortrag, Zeitleiste
30 Min. Der Bahnhof Meppen: Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Deportierte Quellenarbeit in Gruppen
20 Min. Pause
30 Min. Die Emslandlager: 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlager Karte & Archivmaterial (Gedenkstätte Esterwegen)
30 Min. Dezember 1941: Die Deportation nach Riga Biographische Fallbeispiele
30 Min. Diskussion: Wie erinnern wir heute? Gedenkzeichen, Plaketten, QR-Codes Plenum

Materialien

Seminar 3: „Erinnerungskultur heute – Verantwortung und Gegenwartsbezug“

Zielgruppe:
Alle Altersgruppen, migrantische Communities, Neuzugezogene

Dauer:
2,5 Stunden

Format:
Offen, niederschwellig, mehrsprachig möglich

Lernziele:

Ablauf

Zeit Einheit Methode
20 Min. Warm-Up: „Erinnern ist …“ – Satzergänzung Bildkarten, Kurzvorträge
30 Min. Was bedeutet Erinnerungskultur? Beispiele weltweit Inputvortrag, Zeitleiste
30 Min. Meppen erinnert – Stolpersteine, Jüdischer Friedhof, Gedenkstele Lokale Spurensuche (Fotos)
20 Min. Pause
30 Min. Diskussion: Flucht, Ausgrenzung – damals und heute World Café oder Fishbowl
10 Min. Abschluss: Was kann ich tun? Engagement-Möglichkeiten Handlungskarten
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II. WORKSHOPS

Workshop 1: „Koffer der Erinnerung“ – Kreativ-Workshop

Zielgruppe:
Erwachsene, Jugendliche ab 14 Jahren, VHS-Kurse

Dauer:
4–6 Stunden (kann auf 2 Termine aufgeteilt werden)

Ergebnis:
Gestaltete Koffer für den Bahnhofsvorplatz (Kunstinstallation)

Konzept:
Teilnehmende gestalten Koffer, die symbolisch an die Menschen erinnern, die am Meppener Bahnhof deportiert wurden. Die Koffer nehmen Bezug auf einzelne Biographien und werden auf dem Bahnhofsvorplatz ausgestellt.

Ablauf

Zeit Einheit Methode
30 Min. Einführung: Geschichte und Bedeutung Kurzinput + Biographie-Kärtchen
30 Min. Jede:r wählt eine Biographie und recherchiert Lektüre, Gespräch
15 Min. Ideensammlung: Was soll der Koffer ausdrücken? Skizze, freies Schreiben
2 - 3 Std. Gestalten der Koffer Malen, Collagieren, Schreiben, Kleben
30 Min. Vorstellung der fertigen Arbeiten Kurze Präsentation im Plenum
15 Min. Reflexion: Was hat mich bewegt? Blitzlicht

Materialien

Pädagogischer Hinweis

Die Biographien sollten einfühlsam eingeführt werden. Es empfiehlt sich, zunächst ein Beispiel gemeinsam zu lesen. Emotionale Resonanz ist gewünscht, Überforderung soll vermieden werden – Pausen und Rückzugsmöglichkeiten einplanen.

Workshop 2: „Memory Lane“ – Stadtrallye durch Meppen

Zielgruppe:
Schulklassen (ab Klasse 7), VHS-Gruppen, Familien, Öffentlichkeit

Dauer:
2–3 Stunden

Format:
Outdoor, partizipativ

Konzept:
Die Teilnehmenden erkunden in (Klein-)gruppen historische Orte jüdischen Lebens und NS-Geschichte in Meppen: Wohnhäuser, Synagogenstandort, Jüdischer Friedhof, Bahnhof, Gedenkstele. An jedem Ort gibt es Aufgaben und Informationen (QR-Codes + Infotafeln).

Stationen (Vorschlag)

Nr. Einheit Methode
1 Lingener Straße 8 Wohnhaus der Familie Alexander
2 Am Nagelshof / Johannes-Schule Standort der Synagoge + Gedenkstele
3 Am Jüdischen Friedhof Jüdischer Friedhof, Grabsteine, Gedenkort
4 Markt 14 Wohnhaus der Familie Cohen (letzter Synagogenvorsteher)
5 Fullener Straße 23 Wohnhaus der Familie Fiebelmann
6 Bahnhof Meppen Abschlussstation: Deportation, Gedenkzeichen, QR-Codes

Aufgaben an den Stationen

Workshop 3: „Digitale Spurensuche“ – Archiv & Online-Recherche

Zielgruppe:
Junge Erwachsene, Berufsschüler:innen, Medienkompetenz-Kurse

Dauer:
3 Stunden

Format:
Präsenz mit Computern / Tablets

Konzept:
Teilnehmende recherchieren selbstständig zu einzelnen Biographien aus dem Projekt. Sie nutzen digitale Archive und Datenbanken (z. B. Gedenkbuch des Bundesarchivs, Yad Vashem) und erstellen eigene digitale Beiträge für den Instagram-Account des Projekts.

Hilfreiche Quellen (Online)

Workshop 4: „Zeitzeugen und ihre Berichte“ – Quellenarbeit & szenisches Lesen

Zielgruppe:
Erwachsene, Lehrkräfte, Schulklassen ab Klasse 9

Dauer:
2,5 Stunden

Ablauf

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III. IDEEN FÜR DIE AUSSTELLUNG

Ausstellungskonzept: „Spuren der Nachbarn“

Orte:
Stadtmuseum Meppen, VHS Meppen, Bahnhofsumfeld (Outdoor-Elemente), Gedenkstätte Esterwegen

Umfang:
Ca. 10–15 Tafeln / Stationen, ergänzt durch Objekte und digitale Elemente

Ausstellungsmodule

Modul Titel Inhalt
1 Ankunft: Ein Bahnhof, eine Stadt Historische Fotos des Bahnhofs, Karte Meppen im Emsland, Einführungstext
2 Jüdisches Leben in Meppen (1671–1933) Familienstämmbäume, Fotos von Synagoge und Friedhof, Zeitzeugen-Zitate, interaktiver Stadtplan
3 Ausgrenzung: Schritt für Schritt (1933–1938) Zeitleiste antisemitischer Gesetze, lokale Beispiele, Originalzitate aus Prozessakten
4 Die Nacht des Pogroms (9./10. November 1938) Augenzeugenberichte (Ludwig Alexander), Foto der zerstörten Synagoge, Hörstation
5 Der Bahnhof als Ort der Deportation Deportationsdaten Dezember 1941, Infografik Transportwege, Torfbahnen und private Bahngesellschaften
6 Die Emslandlager Karte der 15 Lager, Archivmaterial Gedenkstätte Esterwegen, Schicksale von Häftlingen
7 Überleben, Flucht, Exil Familien, die entkamen (Hugo Meyer, Hermann Alexander, Kurt Visser), persönliche Gegenstände / Symbole
8 Nachgeschichte: Erinnern und Vergessen in Meppen Aufarbeitung seit den 1980ern, Stolpersteinverlegungen, Jüdischer Friedhof
9 Die Koffer-Installation (Kunstwerk) Die im Kreativ-Workshop entstandenen Koffer, Biographiebezüge, Entstehungstext
10 Spuren der Nachbarn heute: Was bleibt? QR-Code zur Projektwebseite, Gästebuch / Kommentarkarten, Handlungsaufruf

Gestaltungsempfehlungen

Begleitprogramm zur Ausstellung

Format Beschreibung
Öffentliche Eröffnungsveranstaltung Enthüllung der Koffer-Installation und QR-Codes am Bahnhof als Projektabschluss
Führungen Geführte Ausstellungsbesuche für Schulklassen, VHS-Gruppen, Öffentlichkeit
Expertengespräche Vorträge von Historiker:innen (z. B. M. Fickers, Gedenkstätte Esterwegen)
Lesungen Texte aus Zeitzeugenberichten, vorgelesen von Schüler:innen oder Schauspieler:innen
Memory Lane Stadtrallye (s. Workshop 2) als regelmäßiges Begleitangebot
Schulprojekttage Ausstellungsbesuch + Workshop in Kombination für Schulklassen
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