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Kreisarchiv Emsland

Bahnhof Meppen
Repro Postkarte (Bild 4)

Recherche zum Projekt

Der Studienbeitrag von Manfred Josef Fickers untersucht die Rolle des Bahnhofs Meppen als zentralen Umschlagplatz für Kriegsgefangene, Konzentrationslagerhäftlinge und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945). Ausgehend von der besonderen Verkehrslage Meppens – mit dem Anschluss der Meppen-Haselünner Eisenbahn (MHE), der Privatbahn der Friedrich-Krupp AG sowie der Schmalspurbahn des Heseper Torfwerks – analysiert der Autor, wie dieser Knotenpunkt systematisch für die Verteilung von Gefangenen in die umliegenden Emslandlager genutzt wurde.

Auf der Basis von Forschungsliteratur, Schulchroniken, Zeitzeugenberichten und statistischen Auswertungen der Lagerbelegungen rekonstruiert Fickers die verschiedenen Phasen der Transporte: von polnischen und niederländischen Kriegsgefangenen zu Beginn des Krieges über französische, belgische, jugoslawische und sowjetische Gefangene bis hin zu italienischen Militärinternierten und KZ-Häftlingen aus dem Konzentrationslager Neuengamme gegen Kriegsende. Besonderes Augenmerk gilt den unmenschlichen Transportbedingungen in gedeckten Güterwagen sowie dem Leidensweg der Gefangenen auf den Fußmärschen durch die Stadt.

Die statistische Auswertung ergibt, dass deutlich mehr als 40.000 Menschen – Kriegsgefangene, Konzentrationslagerhäftlinge und Zwangsarbeiter aus zahlreichen europäischen Ländern – den Bahnhof Meppen als Durchgangsstation passierten. Der Aufsatz zeigt damit, dass das Geschehen an diesem Bahnhof kein verborgenes Randphänomen war, sondern ein alltäglicher und für die Meppener Bevölkerung sichtbarer Teil des nationalsozialistischen Terrorregimes.